"Es gärt" Lesung von Nuna Stojka in Schloss Hartheim

Am 09. Mai 2016 nahmen 124 Schüler_innen aus OÖ an der Veranstaltung „Es gärt“ teil, die in Kooperation zwischen Gedenkstätte Schloss Hartheim und Land der Menschen organisiert wurde. Den Einstieg bot eine interaktive Lesung von Nuna und Hojda Stojka aus den Büchern der KZ-Überlebenden Ceija Stojka, dessen Vater ausgerechnet in Hartheim getötet wurde. Auch Bilder aus dieser Zeit wurden gezeigt und die Fragen der Schüler_innen zum Lebens der Roma und Sinti im Nationalsozialismus beantwortet. Anschließend wurden die Schüler_innen von den pädagogischen Mitarbeiter_innen durch die Gedenkstätte und die Ausstellung „Wert des Lebens“ begleitet.

Hintergrundinformationen zur Lesung/ zum Gespräch:

Nuna Gabriele und Hojda Willibald Stojka erzählen im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim die Geschichte ihrer im Nationalsozialismus verfolgten Familie. Nuna hat ihre Schwiegermutter über viele Jahre bei ihren Zeitzeug_innengesprächen begleitet und unterstützt. Ihr Mann, Hojda, ist der Enkel des Hartheim-Opfers Karl Horvath und der Sohn der Schriftstellerin und Künstlerin Ceija Stojka (1933-2013). Karl Horvath wurde 1941, weil er Rom war, von der Gestapo verhaftet und im KZ Dachau inhaftiert. Am 28. November 1942 brachte man ihn mit einem „Invalidentransport“ von Dachau in die Tötungsanstalt Hartheim, wo er ermordet wurde. Nach dem Tod Karl Horvaths wurde der Rest seiner Familie ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Seine Tochter Ceija Stojka durchlitt während der Nazi-Diktatur mehrere Konzentrationslager und wurde schließlich im KZ Bergen-Belsen befreit. Von der Großfamilie, die etwa 200 Personen umfasste, überlebten nur sechs Personen.