Ari Rath mit 200 SchülerInnen im Gespräch

Gemeinsam mit der Friedensstadt Linz bot Land der Menschen in Kooperation mit dem Gedenkort Schloss Hartheim Linzer SchülerInnen vom 8.4.-10.4.2014 im Rahmen des Projektes "Es gärt!" die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit den Themen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus.

Dafür konnte erneut der Journalist, Schriftsteller und Zeitzeuge des Nationalsozialismus, Ari Rath , gewonnen werden. Im Rahmen von "Es gärt" erzählte Ari Rath insbesondere über die Erlebnisse in Österreich in seiner Kinder- und Jugendzeit. Es stand also die Zwischenkriegszeit im Mittelpunkt. Er sprach über den Tod seiner Mutter, die Verhaftung seines Vaters und dessen Inhaftierung in Dachau, seine Flucht aus Österreich über Triest nach Haifa und sein neues Leben im heutigen Israel. Dabei erzählt er drauf los, als ob es letzte Woche geschehen wäre: „Ich war mit meinen Freunden, dem Herbert und dem Pauli, unterwegs. Da kam die Hitlerjugend auf Fahrrädern, dahinter ein großer Lastwagen. Die Juden sollten auf den Lkw. Ich sah, wie SA-Männer Juden an den Bärten zogen. Meine Freunde und ich sind weggelaufen, gerade noch sind wir entkommen.“ Es sind die Erzählungen und Geschichten eines Jungen, der traurig darüber war seine Freunde nicht wieder zu sehen, nicht in die Tanzschule Elmayer gehen zu dürfen, weit weg von seinen Eltern und Verwandten sich selbstständig ein neues Leben aufbauen zu müssen.

Ari Rath beantwortete darüber hinaus in 5 Workshops an drei Tagen Fragen von mehr als 200 SchülerInnen wie etwa „Wie erlebten Sie persönlich den Antisemitismus?, Wie fühlten Sie sich als Jude in der Zeit des Nationalsozialismus?“. Darüber hinaus konnte eine Kooperation mit dem Gedenkort Schloss Hartheim organisiert werden. Ari Rath erzählte und diskutierte hier zuerst mit knapp 100 SchülerInnen und Lehrkräften, die anschließend durch den Gedenkort begleitet wurden.

Wie schon 2013 schloss er seine Workshops mit dem Hinweis: „Gefahr des Rassismus ist noch nicht gebannt. Ich bin froh, dass ich heute mit euch über diese Zeit sprechen konnte. Eure Aufgabe ist es, dass diese schlimmen Verbrechen nicht wieder vorkommen.“

An "Es Gärt" 2014 waren beteiligt:
Brucknerschule, NMS 12 – Harbachschule, NMS 3 – Stelzhamerschule,
Praxisschule der PH der Diözese Linz, NMS 17 – Rennerschule, 4a HLW Kreuzschwestern Linz, HS 14 Linz;